Ankunft in Tansania
Bereits nach einer Stunde Aufenthalt in Dar-e-Salam in Tansania merkte ich, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich ich bin endlich in Afrika zu sein. Auch hier ging an diesem 20.September 2009 der Fastenmonat Ramadan zu Ende, und schon sah man viele Kinder mit ihren schönsten Kleidern auf der Strasse. Dies hatte ich schon in Kabul am Tag nach dem Ramadan bemerkt. Es ist erstaunlich, wie sehr das Verhalten und die Lebensstruktur der Menschen denen in Kabul ähneln. Dar-e-Salam hat es mir wirklich angetan. Die Menschen wirkten auf mich an diesem Tag alle sehr freundlich und glücklich. Afrika mit seinen unterschiedlichen Landschaften und Orten ist ein wunderschöner Kontinent. Das Glück zu haben an einem dieser Orte glückliche Menschen zu sehen, dafür bin ich dankbar. Nicht Dar-e-Salam, sondern das 74 Km auswärts liegende Kilimahwa ist das Ziel, das wir an diesem Tag erreichen möchten. Wir hielten 30 Km vor unserem Ziel um einen kleinen Imbiss zu uns zu nehmen und fuhren nach kurzer Zeit auf der einzigen Strasse, die es nach Kilimahwa gibt, weiter in den Busch hinein. Für mich war es sehr neu, dass immer wieder in nicht allzu großen Abständen in kleineren Waldstücken Brandrodung betrieben wurde, sicher um Land zu gewinnen, um Mücken zu vertreiben und bestimmt noch aus vielen anderen Gründen, die ich nicht kenne. Meine Unterkunft hatte ich mir sehr einfach vorgestellt, doch erwarten sollte mich das Gegenteil. Seit mehr als 30 Jahren leben hier Benediktinerbrüder, die große Arbeit leisten. Das Anwesen, das sie geschaffen haben, ist erstaunlich modern. Strom, fließendes Wasser und Solaranlagen sind vorhanden. Unter anderem bauten die Brüder vier Kindergärten. Für einen davon wollten wir einen Spielplatz bauen.
Unser Tagesablauf und mehr
Etwa eine halbe Stunde nach dem Frühstuck um 8:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, zurück in die Richtung aus der wir am vorrigen Tag gekommen waren. Es sind 17 Kilometer zum Kindergarten von Mohoresebe. Mitten im Busch führt von der Straße ein kleiner Weg etwa 500 m in den Busch hinein zum Kindergarten. Die Erzieher und Kinder begrüßten uns.
Die etwa 25 bis 30 Kinder des Kindergartens, im Alter zwischen 2,5 und 5 Jahren, tragen grüngelbe Uniformen. Natürlich verbreitet sich die Nachricht, dass wir eingetroffen sind, schneller aus als ein Lauffeuer, und aus dem Dorf kamen in den nächsten Tagen peu a peu alle vorbei um von Nahem anzusehen, was hier gebaut wird. Schüler aus benachbarten Orten kamen vorbei und weil sie sehr positiv angetan waren von dem, was sie sahen, fragten sie mich, ob wir so etwas auch bei ihnen bauen würden. In Tanzania sprechen die Menschen eine Mischung aus Arabisch, Englisch und Swahili. Uwe, der Afrika seit 25 Jahren bereist und ein sehr aktives Mitglied des Vereins "Afrikahilfe Hammelburg" ist, mein eigentlicher Kontakt zu diesem Projekt, hatte bereits großartige Vorarbeit von Deutschland aus geleistet. Doppelschaukel, Wippe und Hängegerüst waren bereits von einem einheimischen Eisenschmied namens Felix angefertigt worden und warteten nur noch darauf, auf dem Bauplatz eingesetzt zu werden. Auch das nötige Bauholz lag schon am Platz, so dass wir uns an die Arbeit machen konnten. Als erstes schafften wir uns einen Überblick, u, zu entscheiden, wohin die Spielgeräte jeweils kommen sollten, was sehr schnell ging. Mehrere einheimische Arbeiter warteten nun auf Anweisungen, wo und wie sie mit der Arbeit anfangen sollten. Zunächst hoben wir Gruben für die Fundamente aus und wiesen den Maurer Abu Samaki an, mit 3 Gehilfen die Sitzrunde zu bauen. Die Tagestemperaturen betrugen zwischen 25 und 28 Grad, was ich als sehr angenehm empfand. Wir nahmen uns vor den Spielplatz in 7 Tagen fertigzustellen, und ihn dann mit einer Feier einzuweihen.
Der Tag der Spiele
Die Kinder studierten vom ersten Tag an Lieder ein, um sie uns am Tag der Eröffnung vorzusingen. So bauten wir in genau sieben Tagen den Spielplatz für den Kindergarten und schufen damit eine Glücksoase für die Kinder von Mohoresebe. Für die Feier hatten die Mütter der Kinder angeboten beim Kochen zu helfen, und wir bereiteten für etwa 500 Menschen, für Jung und Alt Essen vor - ein ganz besonderes Ereignis für die Einwohner dieses Dorfes. Eine Gruppe kleinerer Jungen kamen mit Trommeln, spielten einheimische Musik und tanzten dazu. Es war nicht zu übersehen, dass diese Menschen wirklich Musik und Rhythmus im Blut haben. Die Kindergarten-Kinder sangen uns fast zwei Stunden lang ihre Lieder vor, wobei der Gesang von Trommeln begleitet wurde. Noch jetzt klingen mir an manchen Tagen die Lieder im Ohr und ich freue mich darüber.
Auf diesen Fleck der Erde einen Spielplatz gesetzt zu haben gibt uns allen ein sehr gutes Gefühl. Der Spielplatz wurde sehr gut angenommen, was mich sehr gefreut hat. Auch Vater Beder von den Benediktinern freute sich über die Bereicherung, die der Spielplatz für seinen Kindergarten darstellt. Als ich meinte, es sei nur ein kleiner Tropfen auf einen heißen Stein, was wir geleistet hätten, wiedersprach mir Pater Beder und betonte, was wir gebaut hätten werde eine noch lang anhaltende Wirkung haben. Was ich in Tansania erlebte kann ich kaum in Worte fassen, aber es war ein ungewöhnlich schönes Erlebnis, das in mir noch lange tief nachwirken wird.
